Bilder/Bericht: 3 Tage Aktion für etwas besseres als Klimakatastrophe, Rechtsruck und Kapitalismus

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Am Wochenende war die IGG mit vielen Freund:innen drei Tage lang bei verschiedenen Aktionen im Osten unterwegs um Haltung zu zeigen, eine solidarische Gesellschaft zu verteidigen und für eine lebenswerte Zukunft zu kämpfen.

16.1. Haltung zeigen in Halle

Am Freitag Morgen um 10 Uhr kamen Bäuer:innen der AbL, SoLAWi-Beschäftigte, Mitglieder von Lebensmittelkooperativen, Mitglieder der IGG und solidarische FAU-Mitglieder anderer Branchen mit flexiblen Arbeitszeiten in Halle am Markt zusammen um ein Zeichen gegen den Rechtsruck zu setzen. In seiner Rede unterstrich ein Gemüsegärtner der IGG die Notwendigkeit, Kämpfe gegen die Zerstörung des Planeten, Techkonzerne, patriarchale Gewalt und Rechtsruck zusammen zu denken. Er sprach sich dafür aus Dominanzkultur und Kapitalismus als die zugrundeliegenden Missstände klar zu benennen und schnellstens für Alternativen zu diesem Wirtschaftssystem zu streiten – trotz aller Diffamierung antikapitalistischer Haltungen als „extremistisch“ von Seiten der pro-kapitalistischen Parteien. Hier noch ein Pressebericht und ein Video.

16.1. Zusammen stehen in Cottbus

Am Abend versammelten sich ca. 650 Menschen in Cottbus in Solidarität mit Antifaschist:innen der Stadt, die seit Monaten mit rechten Angriffen konfrontiert sind. Mehrmals wurden engagierte Menschen abgepasst und zusammen geschlagen, bspw. weil sie Aufkleber der offen nationalsozialistischen Partei „III. Weg“ entfernt hatten. Das soziokulturelle Hausprojekt „Zelle 79“, welches auch von der FAU in Cottbus unterstützt wird, wurde immer wieder beschädigt. Zuletzt riss ein gewaltiger Sprengsatz zum Jahresende 2025 die massive Haustür aus den Angeln. Mit dieser Detonation wurde der Tod von Menschen mindestens billigend in Kauf genommen. Zusammen mit einem breiten Bündnis wurde deshalb gemeinsam durch die Stadt demonstriert. Gewerkschafter:innen der IGG nahmen mit ca. 50 anderen Mitgliedern der FAU an der Demonstration teil und bereicherten diese mit dem ein oder anderen Lied in den vorderen Reihen der Demonstration.

17.1. Wir haben es satt Demo – antikapitalistischer Block

Zusammen mit den Organisationen jAbL, ELAN und Interbrigadas organisierte die IGG auf der bundesweiten „Wir haben es satt!“-Demo einen antikapitalistischen Demoblock mit weit mehr als 500 Menschen. Unterstützt wurde der Block von einem Traktor des ELAN-Netzwerks und der Berliner Trommelgruppe [Rhythms of Resistance](https://berlin.rhythms-of-resistance.org/). Mit dabei waren auch die „Farmers Without Borders“ mit ihrem „food is not a weapon“-Transparent. Auf einem Redebeitrag im bäuerlichen Block machte eine Gärtnerin der IGG auf die Lage der Landarbeiter:innen aufmerksam, die in bäuerlichen Protesten meist nicht oder zu wenig mitgedacht sind, ohne die die gemeinsamen Kämpfe um Ernährungssouveränität und Ökologie aber nicht denkbar und möglich wären. Auch hier wurde – unter viel Applaus – auf die unbedingte Notwendigkeit verwiesen, schnellstens wirtschaftliche Alternativen zum Kapitalismus aufzubauen.

17.1. Vernetzungsabend der Agrarbewegung

Am Abend kamen IGG, ELAN, jAbL und Interbrigadas zu einem Vernetzungsabend der linken Agrarbewegung zusammen. Unterstützt wurden wir dabei von der FAU Berlin, insbesondere der Sektion Gesundheit und Soziales sowie der Mediensektion, die uns leckeres Essen im Hausprojekt PA58 servierten. Neben den genannten Organisationen stellten sich noch die Kampagne „500 Jahre Widerstand“ und die Organisation Infra United kurz vor. Gemeinsam tauschten wir uns über unsere Pläne für das nächste Jahr und Möglichkeiten zur gegenseitigen Unterstützung aus. In Kleingruppen wurde anschließend über unsere zukünftige Präsenz bei der „Wir haben es satt“, aktuelle Bäuer:innenproteste und Blockaden gegen das Mercosur-Abkommen und die aufkommende Kollapsbewegung ausgetauscht. Insgesamt waren ca. 80 Leute dabei.

18.1. Bewegungsfrühstücke

Am Morgen wurden die Gespräche fortgesetzt und unter anderem über die anstehenden Proteste zur Fruit Logistica Messe diskutiert. Außerdem ging es um Arbeitsteilung und nachhaltigen Aktivismus in der Agrarbewegung und einige andere Themen. Am Nachmittag brach der junge Teil der Gewerkschaftsmitglieder noch zu einem bundesweiten Treffen zur Gründung einer FAU Jugendorganisation in Berlin auf.

Fazit des Wochenendes

Das Wochenende zeigt, dass die FAU eine vitale, mobilisierungsfähige und gesellschaftlich breit engagierte Gewerkschaftsbewegung ist und sie dokumentiert die Entwicklung der noch jungen Branchenorganisation IGG. Es macht aber auch deutlich, wie gut die Partnerschaft zwischen den verschiedenen, linken Akteur:innen der Agrarbewegung funktioniert und wie wir uns auf die branchen- und syndikatsübergreifende Unterstützung innerhalb der FAU verlassen können. Danke euch allen dafür! Wir haben auf allen Stationen des Wochenendes darauf hingewiesen, dass der Kampf um die kleinen, alltäglichen Verbesserungen, die Abwehrkämpfe gegen aktuelle Rückwärtsentwicklungen und der Kampf um ein anderes Wirtschaftssystem immer verbunden werden müssen – wir haben aktuell gar keine andere Chance. Wir freuen uns, dass diese Analyse überall Zuspruch erhielt.

Wir haben beschissene Aussicht, viel vor, aber immerhin beste Gesellschaft. Solche Wochenenden wie dieses machen Mut und holen vielleicht auch andere aus der Schockstarre. Dank euch, dass wir zusammen nicht schweigen, dank euch, dass wir zusammen halten!


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