Wir haben es satt! Landarbeiter:innen für Ernährungssouveränität und Systemwandel!

Am 17. Januar nach Berlin!

Aktionswochenende vom 16.-18.1. in Berlin | Zentrale Demo “Wir haben es satt!” und Vernetzung am 17.1. 

  • 16.1.:  19 Uhr: Vorstellung der IGG @ Café des Hausprojektes Prinzenallee 58 (PA58), Berlin
  • 17.1.: 9 Uhr – 11:15 Uhr: Frühstück für Beschäftigte aus den Grünen Gewerken @ PA58 | 12 Uhr: Antikapitalistischer Block auf der „Wir haben es satt!“-Demo @ Brandenburger Tor | 17 Uhr: Aufwärmen und Ankommen @PA58 | 18 Uhr: veganes Abendessen für alle @PA58 | 19:30 Uhr: Vernetzungsabend mit ELAN, IGG, Interbrigadas, jAbL und anderen @PA58 | danach Ausklang und Übernachtung
  • 18.1.:  8 Uhr Mitbringfrühstück @PA58 | 10 Uhr zweites Frühstück vom ELAN-Netzwerk @tba

Aufruf zum antikapitalistischen Block

Wir Beschäftigten aus der Landwirtschaft und Gartenbau, Umweltberufen und Forst haben es satt: Jedes Jahr sterben über 100 unserer Kolleg:innen bei der Arbeit. International gehören Kleinbäuer:innen und Landarbeiter:innen zu den am heftigsten von Hunger, Krieg, extremer Ausbeutung und sexueller Gewalt betroffenen Personengruppen. Die Ergebnisse dieser Gewalt kommen bspw. in Form von Chiquita-Bananen aus Panama oder Biogemüse aus Almeria auch in unseren Supermärkten an. Und auch in Deutschland müssen wir ständig gegen die Unterschreitung der absoluten Mindeststandards ankämpfen, wobei unsere migrantischen Kolleg:innen besonders angriffen werden. Wir wissen jedoch, dass dies ein Angriff auf alle Beschäftigten der Branche ist.

Doch nicht nur unsere akuten Arbeitsverhältnisse treiben uns auf die Straße. Denn das kapitalistische Wirtschaftssystem rast immer schneller auf eine Eskalation verschiedener Krisen zu und überschreitet immer mehr planetare Grenzen. Die Agrarindustrie hat an der Störung von Nährstoffkreisläufen, der Klimakatastrophe, dem Artensterben und der Verbreitung von Ewigkeitschemikalien einen gewichtigen Anteil und statt umzusteuern, werden die Probleme durch Politik und Industrie immer noch verschärft, bspw. mit der aktuellen Deregulierung der Gentechnik. Aufrüstung, eine autoritäre Wende und dazu Reallohnverluste und Kürzungspolitik setzen uns unter Druck und machen eine Landwirtschaft für alle immer schwerer. Lösungskonzepte wie solidarische Landwirtschaften, die versuchen direkt mit den Konsument:innen Alternativen aufzubauen, leiden bei uns besonders darunter. Flächenvernichtung, Versauerung der Ozeane, Degradierung der Böden, Energie- und Klimakrise werden dazu führen, das globale Hungersnöte in den nächsten Jahrzehnten zunehmen und nicht mehr nur – wie bisher – ein Verteilungsproblem, sondern ein unumstößliches Ergebnis der Vernichtung unserer eigenen Lebensgrundlagen sind. Dagegen tun wir uns als Basisgewerkschaft zusammen.

Es geht ums Ganze!

Es geht nicht nur um Reformen oder einzelne politische Fehlentscheidungen. Es geht um ein ganzes wirtschaftliches System, das schon immer auf Mensch und Natur gepfiffen hat und uns nun an den Rand der Überlebensfähigkeit führt.

Doch es gibt Hoffnung. Im Jahr 2025 kamen Vertreter:innen von Organsationen mit insgesamt über 250 Millionen Mitgliedern, v.a. aus dem globalen Süden, im Nyéléni-Forum unter dem Titel “Systemtransformation – HEUTE oder NIE!” zusammen. Wir teilen diese Eindringlichkeit. Der Elefant der überall im Raum steht, ist unser überkommenes und menschenfeindliches Wirtschaftssystem. Es gilt sich gemeinsam zu organisieren, starken Widerstand von unten zu schaffen und eine solidarische Alternative aufzubauen – so schnell wie möglich.

Unsere Mobilisierung zu der Demonstration ist ein wichtiger Baustein für uns um eine Arbeiter*innen-Perspektive innerhalb der Landwirtschaftsbewegung zu zeigen. Weiterhin ist sie ein Ort, wo wir als Organisationen zusammenkommen, unsere Beziehungen vertiefen und unsere gewachsene Stärke wahrnehmen können.

Deswegen rufen wir alle Mitglieder der “Initiative Grüne Gewerke”, sowie Interessierte, Verbündete und Genoss*innen auf am 17. Januar mit uns in den antikapitalistischen Block zu kommen.

Wir wachsen gemeinsam von unten…
… Für einen Systemwandel!
… Für Ernährungssouveränität!

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